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Algen, die Kräfte der Meere

Ein hohes Ansehen haben Algen nicht – zu Unrecht. Denn sie stellen im Meer die Sauerstoffversorgung sicher. Und in der Kosmetik schätzt man sie wegen ihrer wertvollen Inhaltsstoffe, hohen Nährstoffdichte und exzellenten Verträglichkeit.

Veröffentlicht am 08.08.2021

Schon vor 2 000 Jahren sagte der Grieche Hippocrates: «Alles Leben stammt aus dem Meer.» Und er hatte recht mit dieser Aussage. Bis heute ist die Mineralstoffzusammensetzung im menschlichen Blutplasma nahezu identisch mit der des Meerwassers. Das Besondere dieser Mineralien ist, dass sie im Meerwasser in einer Form vorliegen, die es ihnen erlaubt, durch die Oberhaut zu dringen und ihre lebenswichtigen Funktionen in den Zellen voll zu entfalten. Kosmetische Anwendungen mit den Kostbarkeiten aus dem Meer besitzen daher eine besonders hohe Wirksamkeit. Die wichtigsten Rohstoffquellen, die in Meereskosmetik Anwendung finden, sind natürliches Meerwasser und Meeresalgen.

Mikro- und Makroalgen sind die Superhelden der Zukunft. Ihr hoher Gehalt an Antioxidanzien, Vitaminen, Mineralien und Proteinen macht sie zu den Stars unter den Anti-Aging-Stoffen. Man kann Algen durchaus als Mineralstoffwunder bezeichnen: Von allen Pflanzen haben sie die höchste Nährstoffdichte, da sie die Nährstoffe aus dem umgebenden Wasser per Osmose aufnehmen. Weit über 80 verschiedene Substanzen sind in Algen nachweisbar. Ein Kilogramm frische Algen enthält Aminosäuren, Mineralsalze, Spurenelemente (z. B. Jod) und Vitamine (A, B2, B12, C, D, E und K), Polyphenole und Flavonoide. Im Gegensatz zu Landpflanzen haben Algen keine Wurzeln und nehmen Mineralstoffe und Spurenelemente aus dem Meer durch Osmose über ihre gesamte Oberfläche auf. Wertvolle Nährstoffe gelangen so in hoher Konzentration direkt ins Innere der Zellen. Und im Gegensatz zu ihren Verwandten zu Lande speichern sie keine Schadstoffe, denn in verunreinigtem Wasser können sie gar nicht leben.

Von den über 35 000 bekannten Meeresalgenarten werden bisher ungefähr 50 von der Kosmetikindustrie verwendet. Dabei handelt es sich vorwiegend um Braun- und Rotalgen. Makroalgen haben eine wichtige Funktion für die Meeresumwelt, da sie einen wichtigen Lebensraum für zahlreiche Meeresbewohner darstellen. Diese Unterwasserwälder bilden ausserdem vergleichbar viel Sauerstoff wie die tropischen Regenwälder, nehmen überschüssige Nährstoffe auf und verbessern somit die Wasserqualität. Gerade bei einem Wirkstoff in der Kosmetik ist es daher wichtig, dass Algen aus nachhaltiger Wildsammlung oder aus Algenfarmen verwendet werden, um die natürlichen Bestände zu schonen. Dies hat nachweisbar positive Auswirkungen auf die Umwelt. Darüber hinaus zeichnen sich kultivierte Algen durch strikte Qualitätskontrolle und Sauberkeit aus. Werden die Algen nun geerntet, getrocknet und mikropulverisiert, so entsteht ein naturreines Pulver mit einer sehr hohen Konzentration an essenziellen Mineralstoffen.

 

Mit Sofortwirkung

Die Mineralstoffe, die die Alge zuvor aus dem Meer aufgenommen hat, wandern nun in die Haut und das darunter liegende Gewebe. Dort passiert etwas Einzigartiges: Weil für Haut und Stoffwechsel die Stoffe nicht fremd sind, können sie direkt verwertet werden. Sie versprechen einen sofortigen Effekt nach der Behandlung. Als einziger in der Kosmetik eingesetzter Wirkstoff gilt für Algen keine Kontraindikation. Daher können sie keine allergischen Reaktionen hervorrufen. Deshalb sind sie besonders hautverträglich und eignen sich auch zur Behandlung von Problemhaut.

Auch beim Stichwort Detox leisten Algen Beeindruckendes. Die in Braunalgen zu 15 bis 50 Prozent enthaltene Alginsäure bindet Schadstoffe, Schwermetalle und Pestizide im Darm zu nichtlöslichen Komplexen und befördert diese aus dem Körper. Bestimmte Braunalgen enthalten ausserdem Fucoxanthin, ein Wirkstoff, der in der Medizin seit Neuestem bei Übergewicht eingesetzt wird. Fucoxanthin soll helfen, das «üble» weisse, in «gutes» braunes Fettgewebe umzuwandeln. Mit der Blaualge Spirulina schenkt uns die Natur ein Lebensmittel, in dem Vitamine und Mineralstoffe, Enzyme, Antioxidanzien, Spurenelemente und Aminosäuren in einer beispiellosen Konzentration vorkommen. Der hohe Anteil an Beta-Carotin wirkt in den Körperzellen entzündungshemmend und als bewährter Zellschutz gegen freie Radikale. Wir sollten die Alge nicht unterschätzen.

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Wertvolle Inhaltsstoffe in hoher Dosis

Meeresmineralien (Kalium, Calzium, Magnesium, Natrium, Chlorid u. a.) und Spurenelemente (Kupfer, Selen, Chrom, Zink, Eisen, Jodid, Strontium u. a.) wirken stoffwechselanregend, durchblutungsfördernd und halten den natürlichen Feuchtigkeitsfaktor (NMF) der Haut aufrecht. Durch den angeregten Stoffwechsel und die verbesserte Sauerstoffaufnahme können die Entgiftungsfunktionen der Haut gefördert und Schlacken besser abtransportiert werden.

Vitamine (z. B. A, B-Gruppe, C, Folsäure) und antioxidative Polyphenole schützen die Haut vor negativen Umwelteinflüssen und freien Radikalen, stärken ihre Widerstandskraft und beugen so der vorzeitigen Hautalterung vor. Annähernd 20 Aminosäuren (Eiweissbausteine, z. B. Histidin, Isoleucin, Lysin, Methionin, Tryptophan, Glutaminsäure) liefern Bausteine für den Stoffwechsel, verhindern die Austrocknung der Haut, wirken rückfettend und stärken das Stützgewebe der Epidermis.

Spezielle Algenzucker (z. B. Alginat, Fucoidan, Laminaran) fungieren als Wirkstoffträger und wirken besonders feuchtigkeitsspendend, regenerierend und straffend auf die Haut.

Extrem wirksame Feuchtigkeitsbinder, die die Austrocknung der Algen bei Ebbe verhindern, sorgen in der Kosmetik dafür, dass die Haut Feuchtigkeit länger speichern kann. Die verschiedenen Stoffgruppen wirken synergetisch und spenden der Haut dadurch besonders effektiv Feuchtigkeit, liefern den Zellen Energie und aktivieren damit Zellstoffwechsel und Zellerneuerung. Hier zeigt sich: Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile!

 

 

 

 

Text: Manuela Pommerening

Fotos: stock.adobe.com (2)

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