HAND & FOOT

Hände: Nicht verstecken!

Hände altern oft schneller als der Rest des Körpers. Doch Sie als Experten können etwas dagegen tun und Ihren Kunden Methoden aufzeigen, die runzelige Haut an den Händen verschwinden lassen.

Veröffentlicht am 22.09.2021

Unsere Hände sind Umwelteinflüssen wie Sonne, Wind und Kälte oft schonungslos ausgesetzt. Damit die Hände nicht so schnell alt aussehen, kann jedoch einiges getan werden.

Handcreme: Wichtig ist, die Hände regelmässig einzucremen, besonders nach dem Händewaschen oder nach der Anwendung von Desinfektionsmitteln. Das verbessert die Elastizität der Haut und schützt sie vor Rissen und Falten. Handcremes dürfen daher ruhig reich an rückfettenden Substanzen sein wie pflegenden Ölen und Hyaluronsäure. Auf Produkte mit Mineralölen, Parabenen oder Silikonen sollte dagegen unbedingt verzichtet werden.

Sonnencreme: Schützen Sie Ihre Hände vor exzessiver Sonneneinstrahlung: Die Kollagenbildung wird sonst beeinträchtigt, Falten und Altersflecken sind die Folge. Ebenso wie das Gesicht und das Dekolleté benötigen auch die Hände einen ausreichenden UV-Schutz (UVA und UVB). Dabei können klassische Sonnencremes oder Handcremes mit integriertem UV-Schutz mit SPF 30 oder 50 verwendet werden. Der Sonnenschutz sollte nach Beanspruchung der Hände aufgefrischt werden.

Seife: Verwenden Sie zum Waschen der Hände nur milde Waschlotion mit rückfettenden Substanzen.

Neben den genannten vorbeugenden Massnahmen gibt es verschiedene Möglichkeiten, einen trockenen, faltigen Handrücken zu regenerieren. Nicht alle Eingriffe sind gleichermassen einfach in der Umsetzung, aber alle Therapien haben ihre Berechtigung. Daher muss die Therapie individuell an das Bedürfnis des Patienten und dessen Hautqualität angepasst werden. Lasertherapien zur Entfernung von Altersflecken sollten am besten drei bis vier Wochen vor der Rehydrierung durchgeführt werden. Gerade bei einer Hyaluronsäure-Therapie könnte der Effekt sonst deutlich vermindert werden.

Skinbooster-Therapie mit quervernetzter Hyaluronsäure: Eine Rehydrierung des Handrückens ist für Patienten jeden Alters geeignet. Die Skinbooster-Behandlung (mit einer speziell flüssigen Hyaluronsäure ohne grosse Hebekapazität) befeuchtet den Handrücken intensiv und anhaltend für mindestens neun bis zwölf Monate. Dies ist speziell bei stark beanspruchten und faltigen Händen, z. B. infolge starker Sonneneinstrahlung, zu empfehlen. Bei dieser minimal-invasiven Behandlung wird in der Regel mit der «Pix’L»-Kanüle unter sterilen Bedingungen die Hyaluronsäure unter die Haut gespritzt. Vorher wird der Handrücken mit einer speziell anästhesierenden Creme oder durch die Injektion eines Lokalanästhetikums etwas betäubt. Im Idealfall wird die Behandlung nach vier Wochen wiederholt. Der Skinbooster bringt keine Volumenveränderung, sondern sorgt lediglich dafür, dass die Haut strahlender, frischer und ausgeglichener aussieht.

  • Dauer: ca. 20 bis 30 Minuten
  • Narben: keine
  • Ausfall: Die Hände dürfen ein bis zwei Tage nicht intensiv eingesetzt werden (Arbeiten im Haushalt, Garten etc.)
  • Risiken: sichtbare Schwellungen und punktuell blaue Flecken (kleine Hämatome), die für ca. zwei bis fünf Tage sichtbar sind, selten ein Infekt

 

Mit Fett auffüllen

Lipofilling: Eine Handrückenverjüngung mit Eigenfett ist ein operativer Eingriff, bei dem fehlendes Volumen ersetzt und die Hauttextur innerhalb weniger Wochen verbessert wird. Der Effekt kann ein paar Jahre anhalten. Die Vorbereitung zur Operation und die Gewinnung des Fettes sind allerdings relativ aufwendig. Daher macht der Eingriff nur Sinn, wenn in der gleichen Sitzung sowieso Fett abgesaugt oder an einer anderen Stelle ein Fett-Transfer vorgenommen wird. Das Fett wird vom Bauch, von den Hüften oder den Knien gewonnen. Danach wird es in einem speziellen Verfahren aufbereitet und mit Kanülen in den Handrücken gespritzt.

 

Unter Vollnarkose

Eine Hautverjüngung mit Eigenfett ist ein ambulanter Eingriff, der in der Regel in Kurznarkose durchgeführt wird. Lokale Anästhetika am Entnahmeort können die abgesaugten Fettzellen schädigen. Daher muss der Patient für den Eingriff kurz narkotisiert werden.

  • Dauer: ca. 40 bis 60 Minuten
  • Narben: kaum sichtbare kleine Einstiche am Entnahmeort
  • Ausfall: Die Hände dürfen zwei bis drei Tage nicht intensiv eingesetzt werden (Arbeiten im Haushalt, Garten etc.)
  • Risiken: deutliche Schwellungen – vor allem in den ersten paar Tagen – sind wahrscheinlich, kleine blaue Flecken, selten ein Infekt.

 

Als Fazit lässt sich festhalten: Die Pflege der Hände verdient ebenso viel Aufmerksamkeit wie die des Gesichts. Denn faltige, knochige Hände verraten nicht nur bei vielen Prominenten oft eher das Alter als z. B. deren meist sorgfältig behandelte Gesichter.

 

 

 

 

Dr. med. Colette C. Camenisch ist Fachärztin FMH für Allgemeinchirurgie sowie Fachärztin für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie. Sie arbeitet als selbständige Schönheitschirurgin in der Clinic Beethovenstrasse in Zürich mit Kernkompetenz ästhet. und plast. Chirurgie.

info@colette-camenisch.com       

 

 

 

Text: Dr. med. Colette C. Camenisch

Fotos: stock.adobe.com (1), Dr. med. Colette C. Camenisch (1)

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