
Das könnte Sie auch interessieren:




Die Corona-Krise zerrt an unseren Nerven und die wirtschaftlichen Folgen sind deutlich spürbar. Die Zeit ohne professionelle kosmetische Unterstützung hat aber auch auf der Haut vieler Ihrer KundInnen Spuren hinterlassen. Die regelmässigen Behandlungen und Ausreinigungen fehlen einfach, die Haut kommt aus dem gewohnten Pflegerhythmus, die Maskenpflicht setzt ihr zusätzlich zu. Wer im Homeoffice arbeitet, hat das Thema Hautpflege häufig schlichtweg schleifen lassen. Die Folgen können vielfältig sein: unreine Haut, Maskne (Akne durch Maske), Irritationen mit Rötungen und Entzündungen, Trockenheitsfältchen oder einfach nur unzureichend versorgte Haut mit Fett- und Feuchtigkeitsmangel.
Nun lassen die Freigabe von Impfstoffen und die langsam ins Rollen kommende Durchimpfung der Bevölkerung hoffen, dass die Kosmetikinstitute endlich bald wieder auf Normal-Modus umschalten können. Auf Sie wartet jetzt viel Arbeit – und nicht wenige KundInnen mit einem schlechteren Hautbild als vor der Krise. Empfangen Sie sie mit SOS-Konzepten für die typischen Hautzustände nach dieser langen Phase der Vernachlässigung.
Unreine Haut, Unterlagerungen und Masken
Hintergrund:
Viele Kunden kämpfen derzeit mit Unreinheiten, insbesondere im Kinn- und Wangenbereich. Denn genau dort sitzt die Gesichtsmaske, welche beim langen Tragen zu Schmierinfektionen von Unreinheiten führen kann und eine Brutstätte für Mikroorganismen ist. Homeoffice führt ausserdem dazu, dass gewohnte Pflegerituale vernachlässigt werden. Zu allem Überfluss fehlt ein regelmässiges, professionelles Ausreinigen, wodurch Talgeinlagerungen wochenlang in der Haut verbleiben. Pusteln, Papeln und andere Unreinheiten sowie entzündete Hautbereiche sind die Folge.
Was die Haut jetzt braucht:
Wirkstoffe:
Alpha-, Beta- oder Polyhydroxysäuren (exfolierend, keratolytisch, vermindern das Verstopfen von Poren); Mikrosilber (entzündungshemmend); Süssholzwurzelextrakt (antibakteriell, entzündungshemmend); Niacinamide (talgregulierend); Retinol (talgregulierend, keratolytisch)
Behandlungsidee:
SOS-Hilfe bietet ein sechswöchiges Kurprogramm zur regelmässigen Ausreinigung mit anschliessendem Fruchtsäure- oder Enzympeeling (je nach Hauttyp). Achten Sie darauf, dass der Kunde in diesem Zeitraum einen geeigneten UV-Schutz verwendet.
Achtung:
Handelt es sich wirklich um Unreinheiten? Denn auch periorale Dermatitis oder Rosazea kann in dieser Zeit häufiger aufflammen – wässrige Pusteln und entzündete, gerötete Haut können schnell damit verwechselt werden. Schicken Sie Ihren Kunden bei Unsicherheit vorsichtshalber zum Dermatologen.
Irritierte, schuppige und gerötete Haut
Hintergrund:
Das Material, aus dem viele Masken gefertigt sind, führt häufig zu Reibung und reizt so die Haut. Durch die gestaute Feuchtigkeit quillt ausserdem die Hornschicht auf und wird dadurch empfindlicher gegenüber äusseren Einflüssen. Rötungen, Schuppungen, Irritationen und Entzündungen sind die Folge. Bedingt durch die aktuelle Jahreszeit mit stark schwankenden Temperaturen und wechselnder Luftfeuchtigkeit, werden diese Auswirkungen weiter verstärkt. Besonders fettarme Haut ist diesen Einflüssen stark ausgesetzt.
Was die Haut jetzt braucht:
Wirkstoffe:
Ceramide, Phospholipide, essenzielle Fettsäuren (unterstützen den Hydro-Lipidmantel, hautidentisch); Mikrosilber (entzündungshemmend); Süssholzwurzelextrakt (entzündungshemmend); Bisabolol (beruhigend, entzündungshemmend); Allantoin (beruhigend)
Behandlungsidee:
Behandlungskonzepte für hypersensitive Haut sind gut geeignet, um gestresste Haut zu beruhigen. Bei der Produktauswahl sollten Sie besonders auf eine sanfte Reinigung mit milden Tensiden achten. Gut geeignet sind hydrophile Öle, Balme oder Reinigungsmilch. Stark barrieregestörte, fettarme Haut reagiert oft mit unangenehmem Brennen auf rein wässrige Produkte, Öl-haltiges hingegen wird meist gut toleriert. Daher bieten sich cremige und reichhaltige Texturen an.
Trockenheitsfältchen
Hintergrund:
Durch die lange Schliessung der Kosmetikinstitute ist die Haut der KundInnen meist in einem schlechteren Zustand als zuvor, besonders wenn die Pflege zu Hause unregelmässig und/oder unvollständig erfolgt ist. Speziell feine Trockenheitsfältchen sind ein Indiz für Feuchtigkeitsmangel, der sich mit den richtigen Produkten gut ausgleichen lässt. Im Gegensatz zu regulären Falten sind Trockenheitsfältchen wesentlich feiner und nur oberflächlich, die Haut wirkt wegen des Mangels an Feuchtigkeit oft matt.
Was die Haut jetzt braucht:
Wirkstoffe:
hoch- und niedermolekulare sowie verkapselte Hyaluronsäure (feuchtigkeitsbindend); Aloe vera (feuchtigkeitsspendend); Urea (feuchtigkeitsbindend); Glycerin (feuchtigkeitsbindend)
Behandlungsidee:
Sofort-Effekte können Sie am besten mit einer Feuchtigkeitskur erzielen, in deren Rahmen Sie während einer Behandlung so lange Feuchtigkeitsampullen oder -seren auftragen, bis die Haut gänzlich gesättigt ist. Dies erkennen Sie daran, dass die Feuchtigkeit nach und nach immer langsamer aufgenommen wird. Als Masken sind Kollagenvliese ideal, denn sie straffen spürbar und spenden zudem viel Feuchtigkeit. Die Haut sieht im Anschluss sichtbar praller und richtig gut versorgt aus.
Sarah White
Die Kosmetikerin und Beauty Managerin (IHK) arbeitete mit plastischen Chirurgen in einer Praxis für medizinische Kosmetologie zusammen, bevor sie ihre Tätigkeit als internationale Trainerin für die Kosmetikbranche aufnahm. Sie ist Gründerin der Marke iluqua.
info@iluqua.com
Text: Sarah White
Fotos: stock.adobe.com (5), Sarah White (1)