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Microneedling: In der Tiefe wirksam

Per Microneedling lassen sich körpereigene Regenerationsprozesse anregen. Für Behandlungen in grösserer Tiefe aber braucht man den medizinischen Pen.

Veröffentlicht am 22.09.2021

Interviewpartnerin Dr. med. Sonja Sattler, Leiterin Rosenpark Klinik / BELLARI Rosenpark in Darmstadt und Expertin für Haut: Laser- und Energiequellenbehandlungen, Faltenbehandlungen, Gesichtsverjüngung

 

Frau Dr. Sattler, warum ist Microneedling derzeit so populär?

Für mich liegt der Hauptgrund darin, dass Laserbehandlungen mit fraktionierten Lasern so viele Komplikationen für den Patienten mit sich bringen. Im Vergleich dazu gibt es mit einem Needling wesentlich weniger Probleme, wie z. B. eine Hyperpigmentierung. Microneedling ist ein rein mechanischer Prozess ohne Lichtenergie, dadurch werden Behandlungsfehler und/oder Hautreaktionen beim Patienten minimiert. Zudem eignet sich das Needling für alle Hauttypen. Durch die Ingangsetzung der körpereigenen Regenerationsmechanismen, also der Kollagensynthese, erneuert sich die Haut von selbst. Durch die Mikroverletzungen der Haut können auch Wirkstoffe, wie z. B. ein Vitamin C-Serum oder Hyaluronsäure, tiefer in die Haut eindringen und besser wirken. Es ist aber auch deshalb so beliebt, weil die Ausfallzeit relativ gering ausfällt und man auch bei schwierigeren Hautproblemen, vor allem bei der Behandlung von Narben, sehr gute Ergebnisse erzielen kann.

 

Worin liegt der Unterschied zwischen Microneedling und der medizinischen Kollagen-Induktions-Therapie?

Das normale Microneedling ist eine sehr oberflächliche Behandlung, die niemals die gesamte Epidermis durchdringt und daher auch in den Händen der Kosmetikerin bleiben kann. Bei der Kollagen-Induktions-Therapie sprechen wir jedoch über ein echtes medizinisches Microneedling, welches viel tiefer in die Haut dringt, teilweise bis zu 2,5 mm tief. Hiermit können wir Narben behandeln, die tieferen Strukturen der Haut auflockern und damit den Körper zu viel mehr Kollagensynthese anregen, als wenn nur in der Hornschicht der Epidermis geneedelt wird. Das ist der grosse Unterschied. Natürlich haben wir beim tieferen Microneedling Kontakt zu Blut und Körperflüssigkeiten. Damit liegt ein ganz grosses Augenmerk auf der sterilen Arbeitsweise des Gerätes, wie bei allen anderen medizinischen Behandlungen auch.

 

Für welche Indikationen ist die Kollagen-Induktions-Therapie geeignet?

Die Indikationen sehe ich bei Narben wie Striae (Dehnungsstreifen), Aknenarben, aber auch bei unregelmässigen Pigmentierungen der Haut. Die Pigmente sitzen bekanntlich tief in der Dermis und diese erreicht man wesentlich besser oder überhaupt erst mit der Eindringtiefe eines medizinischen Pens und nicht mit einem oberflächlichen Microneedling. Zudem wird durch die Eindringtiefe die Kollagensynthese stimuliert, was sicherlich auch kleinere Fältchen behandelt und reduziert, vor allem aber die Hautdicke im Positiven beeinflusst.

 

Worauf achten Sie als Ärztin bei einem Microneedler, um Ihre Patienten optimal und sicher zu behandeln?

Ich bevorzuge alle Geräte, die im ärztlichen Bereich eine sichere Studienlage haben und somit wissenschaftlich belegt sind. Daher arbeite ich mit einem Gerät, das die Zulassung für Aknenarben und Narbentherapie durch die FDA hat und eine medizinische CE-Zertifizierung. Das ist mir als Ärztin persönlich sehr wichtig. Mein Microneedler hat einen sicheren, sterilen Einmalaufsatz für die Einzelbehandlung, der im Anschluss an die Behandlung entsorgt wird. Ein Eindringschutz verhindert zudem, dass Flüssigkeiten wie Blut von A nach B transferiert werden, sodass also die sterile Arbeitsweise gewährleistet ist. Auch die Einstellung der Eindringtiefe ist durch ein Präzisionstiefenmessgerät bei diesem Aufsatz standardisiert und getestet. All diese Faktoren sorgen dafür, dass die Behandlung nicht nur sicher verläuft, sondern auch für sehr gute Ergebnisse für den Patienten sorgt.

 

 

 

Fotos: stock.adobe.com (1), zvg (1)

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