Face & Body

Verräterische Partie

Damit Hals und Dekolleté ein echter Hingucker bleiben

Veröffentlicht am 10.11.2020

Hals und Dekolleté sind unglaublich wichtig für unsere weibliche Ausstrahlung. Um sie jugendlich-frisch zu erhalten, steht uns heute ein grosses Behandlungsspektrum zur Verfügung – gezielte Pflege und moderne ästhetische Medizin.

 

Der Hals, quasi die Verlängerung unseres Gesichts, verrät sehr schnell unser wahres Alter. Und auch unser Dekolleté, das wir gern mit Schmuck und reizvoller Kleidung in Szene setzen, ist ein Blickfang, den es besonders zu pflegen gilt. Viele Frauen investieren sehr viel Mühe und Geld in ein glattes, verjüngtes und ebenmässiges Gesicht. Die Kosmetik hört für sie jedoch an der Kinnlinie auf, Hals und Dekolleté werden vernachlässigt. Dabei wirken ein „schrumpeliger“ Hals und ein fleckiger, runzliger Ausschnitt neben einem ansonsten attraktiven, verjüngten und gut gepflegten Gesicht sehr unharmonisch. Oft erscheinen diese Partien sogar noch älter, als sie in Wirklichkeit sind. Ist der Kontrast zum Gesicht besonders auffallend, verrät dieser vernachlässigte Bereich zudem einiges über zurückliegende Beauty-Eingriffe im Gesicht. Erklären Sie Ihrer Kundin deshalb, dass eine tägliche, hauttypgerechte Pflege für Hals und Dekolleté unerlässlich ist. Das tägliche Beauty-Ritual darf nicht im Gesicht enden, vielmehr müssen diese beiden zarten Hautstellen bei jedem Eincremen mit einbezogen werden. Denn Gesicht, Hals und Dekolleté bilden eine Einheit – nicht nur bei ästhetischen Behandlungen, sondern auch bei der Hautpflege morgens und abends.
Die Pflege im Hals-Dekolleté-Bereich ist generell etwas anspruchsvoller, da die Haut hier viel empfindlicher ist. Es kann daher leichter zu Irritationen und allergischen Reaktionen kommen. Dennoch empfiehlt es sich grundsätzlich, die Gesichtspflegeprodukte auch für Hals, Dekolleté und Handrücken zu verwenden. Ganz besonders wichtig ist der Sonnenschutz. Schliesslich ist die UV-Strahlung der „Faltenmacher Nummer 1“ – das ist zweifelsfrei nachgewiesen. Und sie beschleunigt nicht nur die Alterung, sondern kann auch Hautkrebs auslösen. Tagtäglich diagnostizieren und behandeln wir Dermatologen Hautkrebsvorstufen und Hautkrebs im Gesicht, am Hals und am Dekolleté. Leider sind aufgrund der unterschiedlichen Hautbeschaffenheit die Regeneration und Narbenbildung in diesem Bereich bei Weitem nicht so unkompliziert wie im Gesicht. Generell ist jede kosmetische und ästhetische Behandlung nur halb so wirkungsvoll und langanhaltend, wenn die Haut nicht nachhaltig gepflegt und vor UV-Strahlung geschützt wird.

 

Empfehlenswerte Wirkstoffe

Zur täglichen Hautpflege an Hals und Dekolleté sollten unbedingt antioxidative Seren mit Vitaminen, Peptiden und feuchtigkeitsspendender Hyaluronsäure gehören. Ausserdem eine nicht zu reichhaltige Tagescreme sowie ein hoher Lichtschutz. Für die nächtliche Hautregeneration empfehlen wir Antioxidanzien wie Resveratrol sowie Nachtpflegen, die pflanzliche Stammzellen, Retinol und Fruchtsäuren enthalten. Erfahrungsgemäss ist die Gewöhnungsphase an Retinol und Fruchtsäure an Hals und Dekolleté deutlich länger als im Gesicht. Darüber müssen die Kundinnen aufgeklärt werden.

 

Darf es etwas mehr sein?

Lebensstil, Diäten und genetische Veranlagung spielen eine grosse Rolle bei der Alterung unseres Halses. Er stört bereits die meisten Frauen ab 40, da man die Zeichen der Zeit dort besonders schnell sieht. Das liegt zum einem daran, dass die Zellen zunehmend die Fähigkeit verlieren, Feuchtigkeit zu speichern. Aber auch die dünne Hautbeschaffenheit am Hals und das fehlende Unterhautfettgewebe lassen diesen Bereich schlaff werden. Irgendwann hilft dann das Cremen allein nicht mehr, und es entsteht der Wunsch nach invasiveren Methoden.

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Anti-Aging mit minimal -invasiven Methoden: Das Faden-Liftingneignet sich gut, um z.B. die erschlafte Haut am Hals zu straffen

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Mal quer, mal längs entfalten

  • Am Hals lassen sich die vertikalen Platysmastränge sehr effektiv mit Botulinumtoxin entspannen. Insbesondere bei dünnen und sportlich aktiven Frauen sorgen diese Stränge für ein unharmonisches, „knorriges“ Aussehen. Werden die herabziehenden Mundwinkel gleich mit Botulinumtoxin mitbehandelt, entsteht quasi nebenbei ein schöner Lifting-Effekt im Bereich der Mundwinkel und eine schärfer konturierte Kinnlinie.
     
  • Schwieriger sind die Querfalten amHals zu behandeln. Das funktioniert z. B. mit sehr feinen Hyaluronsäure-Fillern oder glatten PDO-Fäden (Polydioxanon). Schlaffe Halshaut lässt sich sehr eindrucksvoll mit PDO-Liftingfäden straffen. Und auch mit unvernetzter Hyaluronsäure lässt sich die Hautelastizität deutlich verbessern. Ein Vampir-Lifting in Kombination mit Mesotherapie – also Eigenblut mit Hyaluronsäure gemischt – ist eine weitere gute Option gegen die Hauttrockenheit. Microneedling mit Vitamin C und Retinol sorgen am Hals ebenfalls für einen guten Booster-Effekt.
     
  • Bei minimal-invasiven Methoden wie IPL (Intense Pulsed Light), fraktionierten, nicht-ablativen Lasern, werden Licht impulse abgegeben, die tiefere Hautschichten zur Kollagenbildung anregen. Pigmentverschiebungen, Gefässerweiterungen und Altersflecken lassen sich auf diese Weise ebenfalls sehr gut entfernen. Im Vergleich zum Gesicht kann man am Hals weniger invasiv vorgehen und braucht daher mehr Geduld um ein zufriedenstellendes, nachhaltiges Ergebnis zu erreichen. Aus diesem Grund investieren viele Frauen eher in eine Gesichtsbehandlung. Dies führt dann jedoch oft zu Diskrepanzen zwischen einem jugendlichen Gesicht und gealtertem Hals.
    Auch das Dekolleté gehört ins tägliche Augenmerk unserer Pflege. Die Facials im Institut sollten diese Partie und den Hals immer einschliessen – und der Lichtschutz für unsere „Sonnenterrasse“ ist ein Muss! Täglich sehen wir Frauen in der Praxis, die ihr Dekolleté bis zu ihrem 40. Lebensjahr nie eingecremt haben. Das Ergebnis sind nicht nur Falten und Pigmentflecken, sondern häufig auch eine grosse Empfindlichkeit der Haut. Bei geringster UV-Exposition reagiert diese mit Rötung und Entzündungen. Hautkrebsvorstufen beginnen am Dekolleté sowie im Gesicht mit feinschuppigen Rötungen, die nicht mehr von selbst verschwinden. Hautkrebs kann dann in Form von Basaliomen – knotig oder flach – entstehen.
     

Mit Licht, Laser und Fäden

Neben der täglichen Pflege mit Wirkstoffen wie Vitamin C, Resveratrol, Retinol, Peptiden, Fruchtsäuren und Hyaluronsäure lässt sich die Haut am Dekolleté zusätzlich mit Lasern und Lichtanwendungen verbessern.

  • IPL, fraktionierte ablative und nicht-ablative Laser sowie photodynamische Therapie sorgen für ein ebenmässigeres Hautbild und entfernen Pigmentflecken und aktinische Hautschäden. Je nach Ausmass werden diese Methoden auch kombiniert eingesetzt.
     
  • Eine beeindruckende Kollagenstimulation und Milderung der Dekolleté-Falten lässt sich mit PDO-Stimulationsfäden und unvernetzter Hyaluronsäure erreichen. Hyaluronsäurefiller sind am Dekolleté jedoch eher vorsichtig einzusetzen, da man sonst bei sehr feiner Haut das Material durchschimmern sehen kann. Auch das bereits erwähnte ein Vampir-Lifting mit Hyaluronsäure oder Microneedling mit Vitamin C oder Retinol verbessern sehr effektiv die Hautqualität.
     
  • Im Falle von Hautkrebsvorstufen und Hautkrebs ist natürlich eine dermatologische Diagnostik erforderlich und – abhängig vom Befund – eine Therapie zu wählen, die so wenig wie möglich invasiv ist. Die photodynamische Therapie in Kombination mit fraktioniertem ablativem Laser hat sich hier sehr bewährt. Bei knotigen Basaliomen muss chirurgisch operiert werden.
     

Einfach anders

Die Haut von Hals und Dekolleté ist zarter, dünner und empfindlicher als die des restlichen Körpers. Unterhautfettgewebe und Talgdrüsen sind kaum vorhanden, die Haut ist weniger durchblutet und stärker der Umwelt ausgesetzt. Sie neigt eher zu Trockenheit. Kollagene und elastische Fasern, die der Haut Spannkraft und Glätte verleihen, sind weniger dicht angeordnet, sodass schneller Falten entstehen.
Durch die anatomischen Gegebenheiten ist die Haut an Hals und Dekolleté besonders sonnenexponiert und zählt zu den sogenannten Sonnenterrassen. Neben den Augenfältchen sind es diese Partien, die erste Spuren der Hautalterung zeigen. „Truthahnhals“ und ein knitteriges, fleckiges Dekolleté sind die unschönen Folgen. Dazu kommt, dass die Haut am Hals den ganzen Tag über viel in Bewegung ist: Durch ständige Kopfbewegungen verliert sie hier schneller an Spannkraft. Das Dekolleté hingegen wird bei Seitenschläfern zusätzlich beansprucht. In seiner Mitte bilden sich durch das nächtliche Zusammendrücken der Haut die typischen Längsfalten.

 

Was Ihre Kundin noch tun kann

Neben der abgestimmten Pflege ist für das Dekolleté die Schlafposition auf dem Rücken günstig. Seitenschlaf und Bauchschlaf erhöhen die Faltenbildung. Ein regelmässiges Training der Brust- und Schultermuskulatur unterstützt das gute Aussehen dieser Körperpartie. Und Achtung bei den Sit-ups: die Halsmuskulatur immer schön entspannt lassen, damit wir sie nicht mit trainieren! Denn ein knorriger Hals mit vertikalen Platysmasträngen wirkt nicht wirklich sehr feminin und attraktiv. Wichtig beim Sportprogamm ist es auch, immer einen straff sitzenden Sport-BH zu tragen, der dem Zug der Schwerkraft entgegenwirkt. Das jahrelange Tragen von Push-up-BHs hinterlässt übrigens typische Dekolleté-Falten.

 

 

Die Autorin
Dr. Med. Cordula Ahnhudt-Franke ist Fachärztin für Dermatologie und hat sich auf die Bereiche ästhetische Dermatologie, Lasermedizin sowie Dermatokosmetik spezialisiert. Seit 2002 führt sie mit myskin eine eigene Hautarztpraxis auf der Insel Mallorca.

KONTAKT
info@myskin-bendinat.com

 

Text: Cordula Ahnhudt-Franke

Foto: stock.adobe.com

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